Serenadenkonzert im Heppenheimer Klostergarten

Die Stadtkapelle spielt bei den Heppenheimer Vinzentinerinnen. Der nächste Auftritt ist für Pfingsten geplant.

Von Sigrid Jahn

Presse Klostergarten SE 28.05.2019

Der Klostergarten von St. Vinzenz ist beim Serenadenkonzert gut besucht. Foto: Arne Schumacher

HEPPENHEIM - „Das Vereinsjahr ohne das Serenadenkonzert im Mai wäre wie Heppenheim ohne das Kloster St. Vinzenz: einfach undenkbar. Die Schwestern und die Stadtkapelle sind seit Jahren eng verbunden. Für die Ordensfrauen ist es eine Freude, ihren herrlich blühenden Garten als Konzertstätte zur Verfügung stellen zu können, und für das Orchester ist es eine Ehre und Freude zugleich, in einem wunderschönen Ambiente die zahlreichen Gäste erfreuen zu dürfen“, heißt es auf der Homepage der Stadtkapelle. Und in der Tat ist das Open-Air-Event der Musiker um Dirigent Wilco Grootenboer seit sieben Jahren ein Pflichttermin der Fangemeinde, der auch am Samstag wieder Hunderte Besucher auf die Beine gebracht hatte.

Wobei sich die meisten Gäste bereits eine Stunde vor Beginn einstellen, je nach Vorliebe Plätze in der Sonne oder im Schatten besetzen und das außergewöhnliche Ambiente auf sich wirken lassen. Schon am Tag zuvor hatten die Aktiven der Stadtkapelle, Freunde und Familienmitglieder alles hergerichtet, Tische und Bänke gestellt und den Pavillon aufgebaut, der beim Konzert die Gäste mit Speis und Trank versorgen würde. Der Erlös plus Spenden, die die Ordensschwestern am Samstag reichlich in ihren Körbchen sammelten, kommt jeweils zur Hälfte den Vinzentinerinnen und dem Blasorchester zugute - und was die Musiker mit ihrem Obolus anstellen, davon zeugt jeder Auftritt.

Die Formation kann inzwischen aus einem gewaltigen Repertoire schöpfen, das sich allen Spielstätten anpassen kann - regelmäßige Neueinstudierungen inklusive. Beim Serenadenkonzert dominiert zwar die eher leichtere Muse, doch es werden auch etliche anspruchsvollere Stücke aufgeführt, deren raffinierte Arrangements den Mitwirkenden präzisen Einsatz abverlangen. Und es ist immer wieder erstaunlich, wie leichtgängig, nahezu schwerelos, sinfonische Blasmusik klingen kann, vor allem in den leisen Tönen, die dank der mächtigen Mauern des Metzendorf-Gebäudes, die der Akustik regelrecht Flügel verleihen, locker bis in die hinteren Ränge tragen.

„Das Wetter hält“, hatte schon zu Anfang Generaloberin Brigitta Buchler versprochen, „und die Wolken schicken wir nach Bensheim.“ Aus Straßburg herübergekommen war zudem als Ehrengast Blandine Klein, die erst vor einigen Wochen gewählte Generaloberin der dortigen Soeurs de la charité, der barmherzigen Schwestern, mit denen die Heppenheimer Vinzentinerinnen regen Kontakt halten.

Auch ihr dürfte gefallen haben, was das Programm geboten hatte: vom Intro, dem fein herausgespielten „Gloria Sancti“ von Pavel Stanek als Reverenz an die Gastgeberinnen über das konzertante „Prochytas“ von Lorenzo Pusceddu in mediterranem Gepräge mit „furiosem Finale“ (so Moderatorin Melanie Schmitt) bis zum exotisch anmutenden, gravitätisch-zeremoniellen „March Bou-Shu“ von Satoshi Yagisawa. Das Pop-und Rock-Genre bedienten die Musiker mit einem Medley der Hits von Simon & -Garfunkel samt „Sound of Silence“, dem „Midnight Dancer“ von Luigi di Ghisallo und „You make me feel so young“, einem Song, dem Frank Sinatra zu Ruhm verholfen hatte.

Freude kam ebenfalls auf bei den Ohrwürmern der „Comedian Harmonists“ und den Reminiszenzen an die sechziger Jahre, die sich unter dem Titel „Musik ist Trumpf“ verbargen: unter anderem Hazy Osterwalds „Kriminaltango“ und Bill Ramseys „Pigalle“ - da war Mitklatschen und Mitsingen angesagt, während bei „Gabriellas Sång“, hinreißend interpretiert von Sabrina Keller, die nicht nur über eine fabelhafte Stimme verfügt, sondern auch im Klarinettensatz unverzichtbar ist, andächtige Stille herrschte. Es gab den gebührenden Applaus, Zugaben, und man darf gespannt sein, was die Stadtkapelle für den nächsten Auftritt beim Pfingstkonzert am Sonntag, 9. Juni, ab 11.15 Uhr auf dem Marktplatz, in petto hat.

© Starkenburger Echo, Sigrid Jahn, 28.05.2019

 

 

Heppenheimer Stadtkapelle im Höhenflug

Wilco Grootenboer und seine Musiker glänzen bei Frühjahrskonzert mit Komposition zu Tolkiens „Herr der Ringe“.

Presse Fruehlingskonzert EdH SE 02.04.2019

Wilco Grootenboer und die Stadtkapelle begeistern in „Erscheinung des Herrn“ mit anspruchsvollen Stücken. Foto: Sascha Lotz

HEPPENHEIM - Nach dem Konzert ist vor dem Konzert für die Stadtkapelle: Kaum hatten die über 30 Mitwirkenden nach dem Benefizkonzert zum 50-Jahr-Jubiläum der „Lebenshilfe“ im November in der Pfarrkirche Sankt Peter die Instrumente wieder verstaut, war es an die Vorbereitung des nächsten Auftritts gegangen. Denn Dirigent Wilco Grootenboer, der seit über zehn Jahren die Formation dirigiert, weiß, wie er seine Musiker zu Höchstleistungen motiviert.

Applaus ist des Künstlers Lohn, und nur Auge in Auge mit dem Publikum zahlt sich die harte Probenarbeit jeden Dienstag im „Haus der Vereine“ aus.

Wobei das Orchester mittlerweile über ein attraktives Repertoire verfügt, das so gut wie alle Genres bedient, von den traditionellen Märschen und Polkas über Pop, Musical- und Filmmelodien bis hin zur Klassik. Unvergessen ist für alle, die damals dabei waren, die hinreißende, von Grootenboer eigens für seine Instrumentalsätze arrangierte Version der „West Side Story“ im Amtshof, auch George Gershwins „An American in Paris“ oder Edvard Griegs „Peer-Gynt-Suite“ waren Herausforderungen, die die engagierten Hobbymusiker mit Bestnoten gemeistert hatten.

Die Latte wieder ein Stück höher gelegt hat die Stadtkapelle beim Frühjahrskonzert am Sonntag in der gut gefüllten Kirche „Erscheinung des Herrn“. Mit Johan de Meijs 1988 uraufgeführter Sinfonie Nr. 1 für Blasorchester „The Lord of the Rings“ nach Motiven aus Tolkiens Roman haben sich die Musiker wiederum an eine in Rhythmik und Tempo sehr anspruchsvolle Komposition gewagt, die mit ihrem dramatischen Duktus zwischen Düsternis und Licht auch bei Timing und Tonstärke hohe Präzision verlangt. Mittelerde mit Lothlorien, dem Elfenwald, den finsteren Minen von Moria und dem Finale bei den lebensfrohen Hobbits wurde lebendig, und zu Recht ließ der Dirigent nach dem hymnischen Ausklang des Stückes die Mitwirkenden aufstehen, um den Beifall gebührend entgegenzunehmen.

Der „Herr der Ringe“ war nicht die einzige Neueinstudierung in einem abwechslungsreichen Programm: Auch „Prochytas“ von Lorenzo Pusceddu, ein ebenfalls zeitgenössisches Werk für Blasorchester, punktete mit konzertantem, melodiösem Gepräge und filigranen Einsprengseln – man hört sogar das Meer rauschen an den Gestaden der beschaulichen Fischerinsel im Golf von Neapel . Nach Fernost ging die musikalische Reise mit dem exotischen, sehr eleganten „March Bou-Shu“ von Satoshi Yagisawa und „Nessun Dorma“ aus Giacomo Puccinis Oper „Turandot“. Schweden war repräsentiert mit „Gabriellas Song“ von Stefan Nilsson aus dem Film „Wie im Himmel“, ein dankbares Stück, das Gesangssolistin Sabrina Keller in der Originalsprache mit ihrer eindrucksvollen Stimme prägte. Sie hatte zuvor schon „Colors of the Wind“, das Lied der Pocahontas von Alan Menken, interpretiert und im Klarinetten-Ensemble mit Laura Gölz, Martin Eichhorn und Peter Putz Mozarts „Kleine Nachtmusik“ aufgeführt – sehr zur Freude des Publikums, das den kammermusikalischen Teil im Programm besonders schätzt. Zumal sich mit Jutta Schuster, Kilian Schwarz, Felician und Peter Putz nun auch ein Holzbläser-Ensemble zusammengefunden hat, das neben Reminiszenzen an die „West Side Story“ ebenfalls Mozart zu Ehren kommen ließ mit dem „Türkischen Marsch“.

Die Zugabe nach dem Finale, „Concerto d’Amore“ von Jacob de Haan, war kein Thema – und die nächsten Termine stehen schon vor der Tür.

Nur zum Spass

Eine Komposition steuerte auch Dirigent Wilco Grootenboer bei: „In der Sommerpause war die Sehnsucht nach seinem Heppenheimer Orchester wohl groß und die Dienstagabende unausgefüllt“, mutmaßte Melanie Schmitt, die charmant und kenntnisreich moderierte. „Just for Fun“ – nur zum Spaß – erwiese sich als eine hübsch verspielte Tändelei nach Noten, ein Capriccio, das mit einem Galopp furios die Coda ansteuerte. (jn)

© Starkenburger Echo, Sigrid Jahn, 02.04.2019

Das Vereinsjahr beginnt mit einem Konzert

Stadtkapelle Heppenheim weiter im Arbeitsmodus / Konzentration hochhalten

Heppenheim. Jeder kennt die Situation aus dem Sport: Mannschaften, die sich auf ihren Erfolgen ausruhen, landen im Handumdrehen am Ende der Tabelle. Trainer sind deshalb gefordert, die Konzentration und die Spannung ihrer Spieler hoch zu halten. Wilco Grootenboer, Dirigent der Stadtkapelle Heppenheim, hat ein probates Mittel gegen lähmende Zufriedenheitssymptome: Er terminiert zu passenden Zeitpunkten musikalische Herausforderungen, beispielsweise Konzerte. Das Orchester startet deshalb das Vereinsjahr mit einem ersten musikalischen Höhepunkt am Sonntag, 31. März, ab 17 Uhr in der Kirche „Erscheinung des Herrn“.

Schon seit Ende des vergangenen Jahres bereiten sich die Musiker auf das Konzert vor. Die Besucher erwartet ein interessanter Wechsel aus Beiträgen des Gesamtorchesters, Sologesang und Einlagen bestimmter Satzgruppen. Ensembles der Blechbläser treten ebenso in Erscheinung wie ein Klarinettenquartett. „Gerade die musikalischen Variationen sorgen sicherlich für einen abwechslungsreichen Genuss“, ist sich der Geschäftsführer der Stadtkapelle, Jürgen Daubner, sicher. Überaus attraktiv, so das Vorstandsteam und Dirigent Wilco Grootenboer, sei das Programm insgesamt, das überwiegend neue, sehr spezielle Kompositionen beinhalte.

Die Vorbereitungen auf das Konzert sind ein Garant dafür, dass die Musiker bestens präpariert in das Sommerprogramm starten. Als musikalische Botschafter der Kreisstadt fungiert die Stadtkapelle am 19. Mai, wenn sie in Wölfersheim/Melbach eine Jubiläumsveranstaltung des dortigen Gesangvereins aus Anlass des 100jährigen Bestehens umrahmt. Wie kam es zu diesem Termin? Ein Besucher des Weinmarktes hörte die Stadtkapelle, war sofort begeistert und sprach spontan die Einladung aus. Die Musiker freuen sich schon jetzt auf die Tour in die Wetterau.

Das Vereinsjahr ohne das Serenadenkonzert im Mai wäre wie Heppenheim ohne das Kloster St. Vinzenz: einfach undenkbar. Die Schwestern und die Stadtkapelle sind seit Jahren eng verbunden. Für die Ordensfrauen ist es eine Freude, ihren herrlich blühenden Garten als Konzertstätte zur Verfügung stellen zu können, und für das Orchester ist es eine Ehre und Freude zugleich, in einem wunderschönen Ambiente die zahlreichen Gäste erfreuen zu dürfen. Das Serenadenkonzert findet am Samstag, 25. Mai, ab 17 Uhr im Garten des Klosters statt.

Am 9. Juni ist die Stadtkapelle von 11.15 bis 12.15 Uhr auf dem Marktplatz zu hören, wenn die Stadt zum Platzkonzert an Pfingsten einlädt. Zur Ehre Gottes spielen die Musiker am 20. Juni, wenn unter freiem Himmel das Fronleichnamsfest gefeiert wird.

„Gleich zwei Mal sind wir beim Heppenheimer Weinmarkt zu hören“, informiert das Vorstandsteam. Am Dienstag, 2. Juli, tritt man an der Schloss-Schule von 19.30 bis 22.30 Uhr in Erscheinung. Freitags (5. Juli) begleitet die Stadtkapelle mit passender Musik die Weinprobe im Festzelt. Nach einer wohlverdienten Sommerpause steht der Auftritt im Rahmen der Stadtkirchweih am 4. August von 16 bis 18 Uhr auf dem Programm. Selbstverständlich ist das Orchester zudem beim Kulturerlebnistag der Kulturgemeinschaft am 18. August auf dem Gelände des Hauses der Vereine mit von der Partie.

Der Fokus liegt dann eindeutig auf dem am Samstag, 14. September, gemeinsam mit dem Verkehrs- und Heimatverein geplanten Open-Air-Konzert im Kurmainzer Amtshof. Im vergangenen Jahr konzertierte die Stadtkapelle mit einem semiprofessionellen Orchester aus Norwegen. Nicht minder prominent ist das „Saar Wind Orchestra“, das in diesem Jahr als kongenialer Partner in Erscheinung tritt. Den Kontakt stellte ein ehemaliger Musiker der Stadtkapelle her. Beginn ist um 17 Uhr.

Von einer sich einschleichenden Genügsamkeit kann bei der Stadtkapelle ob der vielen musikalischen Herausforderungen keine Rede sein. Das Orchester bleibt ihrem Grundsatz, jederzeit niveauvolle sinfonische Blasmusik zu bieten, treu.

© Starkenburger Echo, 18.02.2019

Musikgenuss zum Schluss

Mit einem Konzert von Stadtkapelle und Harmonie-Chören enden die Veranstaltungen zum fünfzigjährigen Bestehen der Heppenheimer Lebenshilfe.

Presse Benefizkonzert SE 22.11

Solo für Sabrina Keller beim Konzert der Stadtkapelle und der Harmonie-Chöre zugunsten der Lebenshilfe Heppenheim
in der katholischen Kirche Sankt Peter. Foto: Sascha Lotz

HEPPENHEIM - „Uns an schöner Musik zu erfreuen, ist eine Befähigung, die wir alle gemeinsam haben.“ Mit diesen Worten begrüßte Pfarrer Thomas Meurer die zahlreichen Besucher in Sankt Peter, die zu einem besonderen Konzertgenuss gekommen waren: Die Heppenheimer Lebenshilfe hatte zum Benefizkonzert mit der Stadtkapelle und den Chören der Harmonie eingeladen – das mitreißende Finale einer Reihe von Veranstaltungen zum 50-jährigen Bestehen.

Feierlich ging es los mit der Stadtkapelle unter der Leitung von Wilco Grootenboer, die als Eröffnung die „Festmusik“ spielte. Der gesamte Dom der Bergstraße war erfüllt mit Musik. „Kraft, Freude und viele positive Erlebnisse“, wünschte Melanie Schmitt von der Stadtkapelle der Lebenshilfe, bevor sie den nächsten Titel anmoderierte: „Twins“. ein Stück von Jan Hadermann, das musikalisch die verschiedenen Charaktereigenschaften von Menschen, die im gleichen Augenblick geboren sind, interpretiert. „Colours of the Wind“, die Titelmusik des Disney-Filmhits „Pocahontas“ folgte – mit tollem Livegesang von Sabrina Keller und darauf „La vita è bella“ aus dem Film „Das Leben ist schön“, der so eindringlich vom Überleben des jüdischen Kindes Giosuè erzählt. Tosender Beifall belohnte die Musiker.

Der gemischte Chor der Harmonie begeisterte mit dem „Jubilate“, „Fröhlich klingen unsere Lieder“, „Dona pacem“, „Amazing Grace“ und „Herr, deine Güte“. Die Stimmen der Sängerinnen und Sänger sorgten für einen ganz anderen, ebenfalls sehr zu Herzen gehenden Klang im Gotteshaus. Weiter ging es mit dem nächsten Höhepunkt: Die „New Harmonists“ intonierten Enyas „Only Time“ – ein emotionaler Song, den bis heute viele mit dem Anschlag auf das World Trade Center verbinden. Es folgten „Gabrielas Song“, „Fields of Gold“, „Hebe deine Augen auf“ und „I’ll Follow You“, der Hit aus „Sister Act“.

Begeistert lauschte das Publikum, sparte nicht mit Applaus und genoss auch den zweiten Auftritt der Stadtkapelle mit der „Annen Polka“, dem „Concerto D’Aranjuez“, dem Stück „Yellow Mountains“ und anderen wundervoll intonierten Arrangements.

Beide Harmonie-Chöre sangen gemeinsam unter der Leitung von Tobias Freidhof das „Allelujah for Our Time“ und „Hymnus“. Am Ende dann der gemeinsame Höhepunkt von allen Sängern und Musikern: Die „Ode to Joy – An die Freude“ sorgte einmal mehr für eine ganz besondere Stimmung im Dom der Bergstraße, der sich keiner der Zuhörer entziehen konnte.

Friedel Frank, Vorsitzender der Lebenshilfe, dankte den Mitwirkenden und unterstrich die freundschaftliche Verbindung des Vereins zum Gesangverein Harmonie und der Stadtkapelle.

Franz Hinkel war nicht nur Gründungsmitglied und Ehrenvorsitzender der Lebenshilfe, sondern auch maßgeblich an der Gründung der Stadtkapelle beteiligt. Der frühere stellvertretende Vorsitzende der Lebenshilfe, Manfred Schneider, war in gleicher Funktion bei der Harmonie engagiert. Eine Verbindung, die bis heute besteht.

© Echo Online, Astrid Wagner, 22.11.2018

Zwei, die es können

Die Stadtkapelle Heppenheim und das Blasmusikorchester NHJ brillieren im Amtshof.

Presse NorwegischeImpressionen SE 17.09

Anne Marit Harbeck spielt das Trompetensolo aus Astor Piazzollas „Libertango“. Foto: Stadtkapelle

HEPPENHEIM - Da hat alles gestimmt: Kaum war der Eintritt freigegeben worden, strömten über 200 Besucher ins Zuschauerrund des Kurmainzer Amtshofs, setzten sich an die gedeckten Tische und ließen sich von Adi Dörsams Team bewirten. Wer später kam, nahm mit den zusätzlich aufgestellten Bänken vorlieb, und immer wieder stellten sich Zaungäste ein am Ort des Geschehens. Denn das Programm, das am Samstag beim Open-Air-Konzert des Heimat- und Verkehrsvereins geboten war, war vom Feinsten.

Zwei Ensembles gaben sich die Ehre, zum einen die Stadtkapelle, die in Heppenheim immer für volles Haus gut ist, zum anderen ein professionelles Blasmusikorchester aus Norwegen, das zum ersten Mal an der Bergstraße gastierte: „Nittedal og Hakadal Janitsjar“ (NHJ), eine 1987 gegründete Formation, mit der die zuvor selbstständigen Orchester aus Nittedal und Hakadal einen gemeinsamen Weg beschritten hatten: mit großem Erfolg. NHJ gehört mittlerweile zu den besten Musikkorps dort, erhielt im Jahr 2000 den Kulturpreis der Kommune Nittedal und hat in der Heimat, ebenso wie die Stadtkapelle in Heppenheim, eine treue Anhängerschaft.

Eine der 25 Musikerinnen und Musiker, die am Samstag das Publikum zu großem Beifall hingerissen hatten, ist die Saxofonistin und NHJ-Leiterin Marianne Szallies. Sie hat von März 2008 bis September 2010 bei Freudenberg in Weinheim gearbeitet, in Heppenheim gewohnt und in der Stadtkapelle mitgespielt. Auch nach ihrer Rückkehr ist der Kontakt nie abgerissen, und als die „Janitsjar“ eine Konzertreise nach Mannheim plante, fand Szallies’ Anregung, die Gelegenheit zu einem gemeinsamen Auftritt an ihrer früheren Wirkungsstätte zu nutzen, sofort Anklang bei den Heppenheimern. Zumal beide Formationen nicht nur die traditionellen Märsche und Polkas im Repertoire haben, sondern auch gerne weitere musikalische Stilrichtungen ausloten.

Mit einem Ausflug in die nordische Folklore hatten die Norweger und ihr Dirigent Hans Andreas Kjølberg auf ihren Part eingestimmt: „Hane“, der Hahn, arrangiert von Torsten Ogord-Nilsen, zeigte gleich das meisterliche Spiel der Gastmusiker im Spannungsfeld zwischen Forte und Pianissimo, elegischen Passagen und triumphalem, dennoch leichtgängigem Furioso. Auch Astor Piazzollas „Libertango“ mit einem tollen Trompetensolo von Anne Marit Harbeck, die „Norwegian Rhapsody No. 1“ von Johan Svendsen, die „Second Suite in F for Military Band“ von Gustav Holst, der „Norwegische Tanz No. 2“ von Edvard Grieg sowie der abschließende „Kronprins Olavs Honnørmarsch“ von Oscar Borg begeisterten das Publikum und die Kollegen der Stadtkapelle gleichermaßen. Die Lokalmatadore hatten für ihren Auftritt mit Dirigent Wilco Grootenboer eine Extraprobenschicht absolviert und präsentierten sich mit ihren Paradestücken, unter anderem der „Overture to an New Age“ von Jan de Haan sowie „Flight“, einem Höhenflug mit grandiosen lautmalerischen Sequenzen, in Bestform.

Standing Ovations der norwegischen Gäste gab es zudem noch vor dem Finale mit einer Reminiszenz an die umjubelte Aufführung der „West Side Story“ im Vorjahr. „Et lys imot mørketida“ – ein Licht gegen die dunklen Zeiten – hatte die Stadtkapelle neu einstudiert, Sabrina Keller interpretierte den Text auf Norwegisch: eine schöne Geste der Gastgeber, die sich damit für das gemeinsame Konzerterlebnis erkenntlich zeigten. „Es war uns eine große Freude, mit euch zu spielen. Danke für eure wunderbare Musik“, sagte Melanie Schmitt, die für beide Formationen die Ansage übernommen hatte. Auch Dr. Helmut Engelhard, der Vorsitzende des Verkehrs- und Heimatvereins, freute sich über die gelungene Veranstaltung und setzte die Stadtkapelle schon mal auf die Pole Position als Aushängeschild der Stadt. In den Niederlanden haben sich die Musiker als Repräsentanten Heppenheims schon bekannt gemacht, vielleicht gibt es in absehbarer Zeit auch einen Gegenbesuch im hohen Norden.

TERMIN:  Der nächste Termin der Stadtkapelle steht schon fest: Am Sonntag, 18. November, treten die Musiker ab 17 Uhr beim Benefizkonzert zum 50-Jahr-Jubiläum der Lebenshilfe in der Pfarrkirche Sankt Peter auf. Mit dabei sind auch die Sänger der „Harmonie“ Heppenheim. (jn)

© Echo Online, Sigrid Jahn, 17.09.2018

Stadtkapelle legt Sonderschicht ein

Die Heppenheimer Musiker wollen beim Konzert mit dem norwegischen Orchester Nittedal og Hakadal in Bestform sein.

Presse Konzert mit Norwegen SE 13.09

Feinschliff: Dirigent Wilco Grootenboer und die Musiker der Heppenheimer Stadtkapelle bereiten sich akribisch auf das Konzert am Samstag im Kurmainzer Amtshof vor. Foto: Stadtkapelle

HEPPENHEIM - (jr). Dirigent Wilco Grootenboer überlässt nichts dem Zufall. Er möchte seine 35 Musiker punktgenau zur Höchstleistung bringen. Aus diesem Grund legte die Stadtkapelle Heppenheim am Sonntag eine Sonderschicht ein. In Topform wollen sich die Musiker am kommenden Samstag, 15. September, ab 17 Uhr im Kurmainzer Amtshof präsentieren, wenn sie gemeinsam mit dem norwegischen Orchester Nittedal og Hakadal Janitsjar ein Konzert geben.

Dass die Heppenheimer die „Überstunden“ gern in Kauf nahmen, ist der Tatsache geschuldet, dass die Gäste aus Norwegen zu den besten Orchestern ihres Landes gehören. Mit anderen Worten: Die Kreisstädter wollen den Musikern aus dem hohen Norden ein ebenbürtiger Partner sein.

Das Musikkorps Nittedal und Hakadal Janitsjar (NHJ) wurde 1987 gegründet und entstand durch die Fusion zweier traditionsreicher Vereine. Über Nachwuchs muss sich das fünfzigköpfige Orchester keinen Kopf zerbrechen, schließen sich doch immer wieder Jugendliche aus drei Schulensembles dem Verein an. Das Durchschnittsalter des Orchesters liegt bei etwa 30 Jahren.

Mit einer dreißigköpfigen Delegation kommen die Norweger für mehrere Tage nach Heidelberg und geben in Heppenheim ihre musikalische Visitenkarte ab. Das gemeinsame Konzert, veranstaltet vom Verkehrs- und Heimatverein, geht auf eine ehemalige Musikerin der Stadtkapelle zurück, die nun in Norwegen aktiv ist.

In den vergangenen Jahren zeigte das Korps bei regionalen und nationalen Wettbewerben seine Klasse und etablierte sich unter den besten des Landes. Das Orchester erhielt im Jahr 2000 den Kulturpreis der Gemeinde Nittedal.

Einen Kulturpreis hat die Stadtkapelle zwar nicht vorzuweisen, aber die Heppenheimer stehen für niveauvolle sinfonische Blasmusik. Eine Kostprobe geben die Musiker am kommenden Samstag im Amtshof. Auf dem Programm stehen unter anderem die Komposition „Flight“ des Schweizers Mario Bürki und die „Overture to a New Age“ des Holländers Jan de Haan, zwei sehr interessante und überaus anspruchsvolle Werke.

Der Eintritt ist frei. Für das Speisen und Getränke wird gesorgt; die Bewirtung mit Bedienung übernimmt das Stadtgraben-Team. Die Verantwortlichen des Verkehrs- und Heimatvereins garantieren mit Bistro-Tischen und -Stühlen für eine angenehme Atmosphäre, die den Musikgenuss abrundet.

Bei Regen wird das Konzert in die Kirche „Erscheinung des Herrn“ an der Mozartstraße 29 verlegt, Beginn ist in diesem Fall um 19.30 Uhr.

© Echo Online, 13.09.2018

Freiluftkonzert der gehobenen Art

Bei ihrem Auftritt am 15. September im Kurmainzer Amtshof erhält die Heppenheimer Stadtkapelle musikalische Verstärkung aus Norwegen.

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Vielseitiges Orchester: Die Stadtkapelle tritt am 15. September mit Gästen im Kurmainzer Amtshof auf.
Archivfoto: Karl-Heinz K
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HEPPENHEIM - (frk). Kaum, dass die Kulissen der bis zum 2. September laufenden Festspiele abgeräumt sind, wird der Kurmainzer Amtshof am Samstag, 15. September, ein weiteres Mal im Blickpunkt öffentlichen Interesses stehen. Für den Szenenwechsel vom Sommertheater zum Konzertereignis zeichnet als Veranstalter der Verkehrs- und Heimatverein Heppenheim (VHH) verantwortlich. Bestritten wird das um 17 Uhr beginnende Programm von den „Lokalmatadoren“ der Stadtkapelle sowie von der norwegischen Big Band „Nittedal og Hakadal Janitsjar“.

Die Dirigenten Wilco Grootenboer und Andreas Kjolberg werden von Film-, Pop-, Swing- und Marschmelodien bis hin zu Klassikern einen Querschnitt aus ihrem fast alle Stilrichtungen umfassenden Repertoire bieten. Das Erfreulichste: Der Eintritt wird frei sein.

VHH-Vorsitzender Dr. Helmut Engelhard und Geschäftsführer Gerhard Kasper sind überzeugt davon, adäquat zur Musik auch sonst alle Voraussetzungen für einen Abend in gelöster Stimmung garantieren zu können. Atmosphärisch begünstigen dürfte ihr Versprechen das einladende Interieur mit Bistro- und Rundtischen. Statt der bei Freiluftfeten üblichen Biergarnituren mit aufklappbaren Bänken können es sich die Konzertbesucher auf Stühlen bequem machen, 200 an der Zahl. Die Tische werden eingedeckt. Wer an ihnen Platz nehmen will, muss sich allerdings sputen. Der Amtshof wird eine Stunde vor Konzertbeginn ab 16 Uhr zugänglich sein. „Keine Minute später, aber auch keine Minute früher“, fügt Geschäftsführer Gerhard Kasper hinzu.

Zum Ohrenschmaus mit der Stadtkapelle und ihren norwegischen Gästen serviert der Verkehrs- und Heimatverein auch Speisen und Getränke. Die Bewirtung wird vom „Stadtgraben“-Team des stellvertretenden VHH-Vorsitzenden Adi Dörsam übernommen. Horror vor Warteschlangen am Thekenbereich brauche niemand zu haben, betont Gerhard Kasper: „Bedient wird am Tisch.“

Das Konzert wird mit einem einstündigen Auftritt der Stadtkapelle eingeleitet. Nach einer halbstündigen Pause übernimmt das in voller Stärke mit 50 Personen besetzte Musikkorps aus Norwegen für ebenfalls 60 Minuten das Kommando.

Das preisgekrönte Ensemble ist in Nittedal, einer knapp 24 000 Einwohner zählenden Stadt in der Provinz Akershus, zuhause. Dem Gastspiel in Heppenheim schließen sich zwei Auftritte in Mannheim an.

© Echo Online, Fritz Kuhn, 24.08.2018

 

Open Air im Amtshof

Presse Ende der Sommerpause SE 31.07

Volle Konzentration. Die Stadtkapelle Heppenheim startet mit der ersten Probe nach der Sommerpause in das zweite Halbjahr.
Schon im September sind die Musiker bei einem Open-Air-Konzert im Kurmainzer Amtshof gefordert. Zu Gast ist ein Orchester aus Norwegen.
Unser Foto zeigt die Posaunisten der Stadtkapelle.

HEPPENHEIM - (red). Sie hatten sich die Pause redlich verdient, doch nun heißt es für die Musiker der Stadtkapelle Heppenheim wieder, die Instrumente auszupacken und mit vollem Elan ins zweite Halbjahr zu starten. Von einem gemütlichen „Einspielen“ kann an diesem Dienstag, 31. Juli, keine Rede sein. Denn am 15. September übernimmt das Orchester einen Part des Open-Air-Konzerts im Kurmainzer Amtshof. Den zweiten Teil des Abends gestaltet das Musikkorps Nittedal og Hakadal Janitsjar aus Norwegen. Veranstalter des Konzerts ist der Verkehrs- und Heimatverein.

Das Zusammentreffen der beiden Orchester ist kein Zufall: Der Kontakt kam über eine ehemalige Musikerin der Stadtkapelle zustande. Vor wenigen Monaten nun teilte die Norwegerin mit, dass ihr Orchester im September in Heidelberg weile. Könne man nicht, so die Anfrage des Musikkorps Nittedal og Hakadal Janitsjar, gemeinsam ein Konzert geben?

Norwegische Gäste spielen auf hohem Niveau

Das Vorstandsteam um Geschäftsführer Jürgen Daubner musste nicht lange überlegen. Die Zusage kam prompt, zumal sich der geplante Termin eines Open-Air-Konzerts, initiiert vom Verkehrs- und Heimatverein, geradezu für ein musikalisches Miteinander anbot. Mit dem Kurmainzer Amtshof war auch schnell eine adäquate Konzertstätte gefunden. Beginn ist um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Für Speisen und Getränke wird gesorgt.

Bis zum 15. September ist nicht mehr viel Zeit, deshalb sind die Musiker der Stadtkapelle schon in der ersten Probe, die an diesem Dienstag ab 19.30 Uhr ausnahmsweise im Unter-Hambacher Dorfgemeinschaftshaus stattfindet, gefordert. Dirigent Wilco Grootenboer hat ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Mit dabei ist erneut die Sängerin Sabrina Keller. Nicht minder niveauvoll ist die Auswahl der Musikstücke des norwegischen Orchesters. Die Zuhörer können sich auf sinfonische Blasmusik besonderer Güte freuen.

Zuvor ist die Stadtkapelle am Sonntag, 5. August, von 16 bis 18 Uhr bei der Stadtkirchweih auf dem Graben zu hören. Dieser Auftritt ist fester Bestandteil des Jahresprogramms des Orchesters, ebenso wie die Termine beim Weinmarkt. Apropos Weinmarkt: Angetan vom vielfältigen Repertoire und der niveauvollen Leistung lud ein Zuhörer aus Wölfersheim/Melbach das Orchester spontan zu einem Konzert ein. Die Heppenheimer reisen im Mai nächsten Jahres in die Wetterau und werden dort als musikalische Botschafter Heppenheims fungieren.

Im Kalender der Stadtkapelle ist ein weiterer Tag mit roter Farbe markiert: Am 18. November gestaltet man gemeinsam mit dem Gesangverein „Harmonie“ im „Dom der Bergstraße“, der Pfarrkirche Sankt Peter, ein Benefizkonzert zugunsten der Lebenshilfe, die auf ihr 50-jähriges Bestehen zurückblickt. Beginn ist um 17 Uhr.

Auf die Musiker warten also viele interessante Herausforderungen. Mit Fleiß, Konzentration und einer großen Portion Spielfreude wollen Geschäftsführer Jürgen Daubner, Dirigent Wilco Grootenboer und die rund 35 Holz- und Blechbläser sowie Perkussionisten wieder für musikalische Hörgenüsse sorgen. Wer sich dem Orchester anschließen möchte, ist jederzeit willkommen. Die Proben finden jeden Dienstag ab 19.30 Uhr im Haus der Vereine statt. „Jetzt wäre ein idealer Zeitpunkt für potenzielle Neueinsteiger, die einfach auch mal unverbindlich bei uns reinschnuppern können“, betont das Vorstandsteam.

© Echo Online, 31.07.2018

„Lob von allen Seiten“ für musikalische Glanzleistung

Stadtkapelle Heppenheim blickt auf Jubiläumsjahr zurück / Neuwahl des Vorstandes

Presse Jahreshauptversammlung 12.06

Auf weiterhin gute Zusammenarbeit: Dirigent Wilco Grootenboer gratuliert Geschäftsführer Jürgen Daubner zur Wiederwahl.
Den Vorstand komplettieren (von links nach rechts) Christine Lambert, Michael Neher, Robert Seeger, Thorsten Ensinger und Melanie Schmitt. Es fehlt Laura Gölz.

Heppenheim. Vorstand, Dirigent und Musiker schwelgten in Erinnerungen: Das Jubiläumsjahr 2017 übertraf alle Erwartungen. Geschäftsführer Jürgen Daubner, ein eher nüchtern analysierender Zeitgenosse, sprach voller Euphorie von einem „grandiosen Veranstaltungsjahr“. Und Dirigent Wilco Grootenboer gab unumwunden zu, dass mit der Realisierung der West-Side-Story für ihn „ein kleiner Traum in Erfüllung“ gegangen sei. Die kontinuierlich gute Vereinsarbeit soll auch im 51 Jahr des Bestehens seine Fortsetzung finden. Das Fundament, auf dem der Verein ruht, ist der Vorstand, den die Anwesenden einstimmig im Amt bestätigten.

Ein Garant für das erfolgreiche Wirken ist Geschäftsführer Jürgen Daubner, der seit vielen Jahren dieses Amt innehat. Er ließ es sich nicht nehmen, in der Jahreshauptversammlung am vergangenen Dienstag noch einmal auf das 50jährige Bestehen der Stadtkapelle zurückzublicken. Es sei für ein Hobbyorchester nicht einfach gewesen, eine solche Leistung abzurufen, betonte der erste Vorsitzende in Bezug auf das Jubiläumskonzert im Amtshof. Der Auftritt sei für jeden Musiker und Zuhörer ein Erlebnis gewesen: „Es gab Lob von allen Seiten.“

Nicht unerwähnt soll das Domkonzert sein, das auf Grund der schwierigen akustischen Verhältnisse hohe Anforderungen an die Musiker stellte. Musikalisch abgerundet wurde das Jubiläumsjahr mit einem Auftritt in Fürth. Das Konzert gemeinsam mit der Katholischen Kirchenmusik Fürth lockte über 500 Besucher an. Sie kamen in den Genuss von sinfonischer Blasmusik auf höchstem Niveau.

Für die immensen Anstrengungen belohnten sich die Musiker selbst mit einem mehrtägigen Ausflug ins Elsass. Kulinarische Genüsse und kulturelle Unternehmungen prägten die fröhliche Tour ins Nachbarland.

Der Dank des Vorstandes galt an erster Stelle dem Dirigenten Wilco Grootenboer, der das Orchester nicht nur zu Höchstleistungen anspornt und der 35köpfigen Gruppe einen unverwechselbaren musikalischen Charakter verleiht, sondern auch in mühevoller und zeitaufwendiger Arbeit die West-Side-Story für die Stadtkapelle arrangierte. Ein Wort des Dankes ging natürlich an alle Musiker und nicht zuletzt an das Vorstandsteam, „das im vergangenen Jahr schwer aktiv war.“ Für besonderen Einsatz dankte Daubner den Musikkollegen Oliver Schranz, Peter Knapp, Franz Schäfer und Robert Seeger (Fahrdienst), Melanie Schmitt (Moderation) und Albert Haag (Homepage).

Dass man sich trotz aller Erfolge nicht auszuruhen gedenkt, wird an den bereits abgehakten und noch ausstehenden Veranstaltungen in diesem Jahr deutlich. Erst kürzlich hatte die Stadtkapelle zum Serenadenkonzert in den Garten des Klosters St. Vinzenz eingeladen, „einer der schönsten Auftritte des Jahres.“ Am 15. September ist ein Orchester aus Norwegen zu Gast. Gemeinsam gestaltet man bei hoffentlich spätsommerlichen Temperaturen ab 17 Uhr im Kurmainzer Amtshof ein Konzert. Veranstalter ist der Verkehrs- und Heimatverein. Die Lebenshilfe, die ihr 50jähriges Bestehen feiert, lädt am 18. November, um 17 Uhr, zu einem Benefizkonzert in den „Dom der Bergstraße“ ein. Mit dabei: die Stadtkapelle Heppenheim.

Eine Aufgabe, die der Vorstand im Auge behalten will, ist die Akquise neuer Musiker. Die Stadtkapelle setzte dabei die Hoffnung auf die städtische Musikschule, doch die Gespräche mit den Verantwortlichen verliefen bislang ergebnislos. „Wir müssen durch unser musikalisches Auftreten überzeugen und Musiker gewinnen“, appellierte Geschäftsführer Daubner. Es lohne sich, bei der Stadtkapelle mitzuwirken.

Unspektakulär verlief der Bericht des Rechners Robert Seeger. Auf sehr transparente Weise listete er die Ausgaben und Einnahmen auf. Die Kassenprüfer Monika Freiberger und Eginhard Kaltwasser attestierten ihm professionelle und überaus korrekte Kassenführung. Die Konsequenz: eine einstimmige Entlastung des Rechners und des Vorstandes.

„Der Erfolg hat viele Väter“, zitierte Franz Schäfer. Im Falle der Stadtkapelle sei dies vor allem der Vorstand, dem er im Namen der Musiker seinen Dank aussprach. Schäfer leitete die Neuwahl des neuen (alten) Teams. Einstimmig gewählt wurden Jürgen Daubner (Geschäftsführer), Christine Lambert (Stellvertreterin), Robert Seeger (Rechner) sowie die Beisitzer Melanie Schmitt, Laura Gölz, Thorsten Ensinger und Michael Neher.

© Melibokus Rundblick | Online, 12.06.2018

 

Serenadenkonzert der Extraklasse

Presse Klostergarten 30

Zum sechsten Mal spielte die Stadtkapelle Heppenheim beim Serenadenkonzert im Klostergarten des Heppenheimer Vinzenzklosters vor rund 600 begeisterten Zuschauern auf.   BILD: DAGMAR JÄHRLING

HEPPENHEIM. Zwar ist das Pfingstfest seit über eine Woche vorbei, aber treffender hätte Johann Wolfgang Goethe den Auftakt zum diesjährigen Serenadenkonzert im Heppenheimer Kloster St. Vinzenz nicht beschreiben können als im ersten Kapitel seines „Reinecke Fuchs“: Pfingsten, das liebliche Fest, war gekommen! es grünten und blühten Feld und Wald; auf Hügeln und Höhn, in Büschen und Hecken übten ein fröhliches Lied die neuermunterten Vögel; jede Wiese sprosste von Blumen in duftenden Gründen, festlich heiter glänzte der Himmel und farbig die Erde.“

Die Vorfreude auf das Konzert war auf beiden Seiten groß: Bei den Schwestern des Klosters St. Vinzenz als herzliche Gastgeber und bei der Stadtkapelle Heppenheim als motivierte Unterhalter. Profiteure des zum sechsten Mal sehr freundschaftlichen Miteinanders waren die Zuhörer. Sie erlebten musikalische Schmankerl unter freiem Himmel in einem blühenden Garten umgeben von den historischen Mauern des Klosters.

Dass die Stadtkapelle mit dem Serenadenkonzert einen Volltreffer landen würde, war spätestens nach dem ersten Konzert vor fünf Jahren klar. Weit über 500 Gäste waren am vergangenen Samstag in den Klostergarten gekommen. Musik, Atmosphäre und Ambiente, die freundlichen Gastgeberinnen und das inspirierte Orchester sorgten für einen vollen Erfolg.

Die Stadtkapelle bereitete sich seit Wochen auf den Auftritt vor. Dirigent Wilco Grootenboer, der auch die Katholische Kirchenmusik Fürth mit großem Erfolg dirigiert, hatte bereits ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt und dabei einen intensiven Blick in den Notenschrank geworfen. Gefunden hat er unter anderem die „Esel-Serenade“, eine Komposition, die Leichtigkeit mit Esprit vereint. Nicht minder interessant war das neue Werk „Innuendo“ von Queen, das durch seine Wucht und sein Klangvolumen beeindruckte.

Mal fetzig, furios und flott, dann feinsinnig und einfühlsam: Die Stadtkapelle Heppenheim zog souverän alle Register und traf den Nerv des Publikums im Klostergarten. Mit Wilco Grootenboer verfügt das Ensemble über einen versierten Steuermann, der selbst kontrastreiche und raffinierte Arrangements zauberte. Wahrlich ein ästhetischer Hochgenuss bei einem anspruchsvollen Repertoire. Beispielsweise beim „Choral and Rock-Out“, so lautete eine Komposition, die sakrale Klangmotive mit rockigen Elementen verband. Oder das lyrische Stück „Yellow Moutains“, das der zeitgenössische holländische Komponist Jakob de Haan 1997 schrieb, von einem Herbstaufenthalt in den Schweizer Bergen inspiriert. Die Stadtkapelle Heppenheim setzte diese musikalische Lyrik perfekt um.

Neu im Repertoire war eine Auswahl an Liedern der Comedian Harmonists. Klar, dass das Publikum bei „Ohrwürmern“ wie „Veronika, der Lenz ist da“ oder „Ein Freund, ein guter Freund“ mitsang und mitwippte. Rhythmisch wurde es beim Stück „Santana“, des 1947 geborenen Gitarristen Carlos Santana, der die Rockmusik um die Variante des Latin Rock erweiterte, und im Klostergarten lateinamerikanische Tupfer setzte.

Das Ensemble wusste eine Atmosphäre zu zeichnen, die einerseits in temperamentvoller Dynamik durch die teils auch recht düsteren Klaviaturen raste und genauso souverän mit dem geheimnisvollen, zartbesaiteten Zauber des Leisen und Fragilen überraschte. Obwohl dem Orchester – neben dem Schlagwerk – ausschließlich das Format von Blasinstrumenten zur Verfügung steht. Wilco Grootenboer ließ Klangfarben gekonnt zu einer Einheit verschmelzen. Auf derart spektakulären und kontrastreichen Tableaus bewegten sich die Musiker offensichtlich gern. In spannenden Arrangements füllten sie souverän die kreativen Spielräume aus. Ob es sich dabei um ein Medley des Musical „Grease“ handelte oder um die „Donkey Serenade“, eine Retrospektive mit „The 60’s Collection“ in die 60er Jahre oder mit dem Evergreen „You make me feel so young“. Das Ensemble schlug souverän und raffiniert den Bogen von einem dynamischen Strudel in eine schmeichelhafte, melodiöse Gefälligkeit.

„Kapellen“ und Blasorchester werden landläufig gern mit den Genres Marsch und Polka in Verbindung gebracht. Die Stadtkapelle trat in dieser Hinsicht erfolgreich einen Gegenbeweis an. Sie griff zwar auch zu den Instrumenten, um einen Marsch zu inszenieren, setzte aber die „Szegediner Polka“ von Vlad Kabec und die Tritsch-Trasch-Polka“ von Johann Strauß ebenso grandios um wie den 1912 vom thüringischen Militärmusik Rudolf Herzer komponierten Konzert-Marsch „Hoch Heidecksburg“.

Für die Gäste war natürlich mit Getränken und Speisen bestens gesorgt. Der Musikgenuss war kostenlos. Jedoch wurde die Begeisterung des Publikums später in den prall gefüllten Spendenkörbchen deutlich. Der lang anhaltende Schlussapplaus, auch nach den Zugaben, galt zum einen der Heppenheimer Stadtkapelle mit ihrem Dirigenten Wilco Grootenboer, der Moderatorin Melanie Schmitt, die souverän durch das Programm führte, aber auch und gerade der Generaloberin des Vinzenzklosters Schwester Brigitta Buchler, die zum sechsten Mal Gastgeberin war.

© extra Heppenheim/Laudenbach,30.05.2018, sm

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